(Brünn) Gerade hier im
tschechischen Brünn wollte Hendrik Vieth,
Maschinenbau - Student im 3. Semester in Emden,
seinen Vorteil, die Streckenkenntnis,
ausspielen. Denn gegenüber seinen Mitstreitern
im Porsche Carrera Cup, der übrigens auch als
schnellster Markenpokal der Welt bezeichnet
wird, war der Student aus Filsum hier schon mit
einem dritten Rang im Formel Renault Eurocup
erfolgreich. Aber Formelsport und
Tourenwagensport gehen bekanntlich getrennte
Wege und so bezeichnet Hendrik Vieth ja selbst
seine Rookie-Saison im Carrera Cup als Jahr des
Umlernens. Immerhin hat der schnelle Ostfriese
ein fast 400 PS Monster, mit 1.150 kg und über
270 km/h Spitze am Limit durch das 5,4 km lange
auf und ab der tschechischen Rennstrecke vor den
Toren der zweitgrößten Stadt des Landes zu
bewegen. "Im Zeittraining war ich mit neuen
Reifen anfangs sehr schnell", bemerkte der junge
Filsumer nachdenklich, "aber der sehr raue
Asphalt der Strecke ist sehr verschleißintensiv
und so konnte ich über die Distanz nicht mehr
die schnellen Runden fahren". Das bedeutete für
Hendrik Vieth, der von mehreren norddeutschen
Firmen unterstützt wird, Startplatz 11 für das
Rennen.
"Eigentlich
lief vom Start an schon alles schief" bemerkte
der ostfriesische Porsche - Pilot lakonisch,
"Ich geriet in einen Stau in der ersten Kurve
und musste einige Konkurrenten rechts und links
ziehen lassen". Natürlich ist so ein
Missgeschick in einem Markenpokal wo alle das
gleiche Material haben rennentscheidend. Dazu
kommt, dass auf einer 5,4 km langen Strecke,
übrigens die längste im Rennkalender des Porsche
Carrera Cups, die Abstände fast nicht mehr
aufzuholen sind. Aber wer den schnellen
Ostfriesen kennt der weiß, dass das Wort
"Aufgeben" praktisch in seinem Sprachschatz
nicht vorkommt. Und so fuhr Hendrik als gäbe es
kein Morgen und machte einige Plätze gut. Die
Rennleitung sah das Engagement des jungen
Studenten aus Filsum aber als etwas zu forsch an
und bremste den Eifer mit einer drive -through -
Strafe. Dass heißt, der Pilot muss einmal durch
die Boxengasse mit Speedlimit fahren und kann
sein Rennen dann wieder fortsetzen. Zu einer
kleinen Kollision kam es auch noch als sich vor
dem Porsche-Piloten aus Filsum ein Konkurrent
drehte, "Ich konnte dem Fahrzeug nicht mehr
ausweichen und fuhr ihm hinten auf das Heck",
bemerkte Hendrik. Am Ende sah der Student des
Maschinenbaus die Zielflagge als Vierzehnter.
"Ich will das Wochenende schnell vergessen und
konzentriere mich auf das Finale in Hockenheim",
sagte der Filsumer schon wieder selbstbewusst
nach dem Rennen. Der Lauf 9 des Porsche Carrera
Cup findet am 03.10.2004 in Hockenheim statt und
ist zugleich der Finallauf. |